FLECS Lehmann Computer Sciences   
Almanach des Sonnensystems 4. Planet Seite 427

3.4.1 Homo Sapiens

Die nebenstehende Abbildung zeigt zwei Exemplare der Primatenart „Homo sapiens“, die sich während der letzten 100 Gigasekunden ubiquitär auf dem Planeten ausgebreitet hat. Die Lebensdauer dieser bipeden Spezies beträgt etwa 2,5 Gs; wobei das kleinere Exemplar knapp 84 Ms alt ist und damit erst knapp 20 % der prämaturen Phase durchlaufen hat. Es ist noch nicht in der Lage, die Bildung neuer Exemplare zu initiieren.

Der abgebildete größere Hominide hat das Ende der prämaturen Phase bereits um das Doppelte überschritten; was vornehmlich an dem regressiveren Präfrontalfell erkennbar ist.

Diese Spezies verständigt sich mit atmosphärischen Druckwellen von einer Reichweite von maximal 500 Metern. Die Anatomie einiger Exemplare ist jedoch um einen elektromagnetischen Transmitter erweitert, der planetare Reichweiten ermöglicht.

Der große Hominide hat eine Masse von zirka 90 kg und bewegt sich mit bis zu 5,5 m/s fort, so daß er den Planeten während seiner Lebenszeit theoretisch bis zu 350mal umrunden könnte. In der Praxis wird dieser Wert jedoch aufgrund eines sehr hohen Ruhebedarfs dieser Spezies sicherlich um mehr als das Vierfache zu hoch liegen. Trotzdem kann man daran die außerordentliche Beweglichkeit dieser Giganten ersehen – zumal dabei ja eine planetare Gravitation von fast 10 Metern pro Quadratsekunde überwunden werden muß.

Die bei beiden Exemplaren paarig erkennbaren kugelförmigen Einschlüsse dienen der Rezeption elektromagnetischer Strahlung im Wellenlängenbereich von 400–700 nm. Das Zuwenden dieser Sensoren signalisiert die besondere Aufmerksamkeit der Hominiden bei der Aufnahme des Bildes. Dieser ausgesprochen friedliche Gestus wird besonders oft in Gegenwart einer Kamera beobachtet. Der größere Hominide öffnet dabei seinen Nahrungskanal, was ihn als kommunikationsbereit ausweist, da über diesen Kanal auch die oben genannten Druckwellen an die Atmosphäre abgegeben werden.

Trotz der außerordentlich eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten dieser Spezies drängt sich die Vermutung auf, daß diesen Hominiden in irgendeiner Weise bewußt ist, daß sie gerade abgebildet werden.

Möglicherweise ist die Reaktion auf das Aufnahmegerät aber auch schlicht erlernt.